MeinFerienhund - Auto und Hund

Der vierbeinige Beifahrer

Wäschst Du das Auto und den Hund, stinkt der Hund nicht mehr!
Manfred Hinrich

Täglich werden Hunde im Auto mitgeführt. Trotzdem kennt sich kaum jemand mit der rechtlichen Seite des „Mitführen eines Hundes im Auto“ aus. Diese Tatsache möchte ich deshalb nutzen und dem Thema eine Blogseite widmen.

Andere Länder , andere Sitten!

Dieser Artikel bezieht sich auf die Schweiz. In anderen Ländern können die Gesetze vom schweizerischen Gesetz abweichen! In vielen Länder gilt die Sicherungspflicht, was bedeutet, dass die Versicherung bei einem Unfall nicht bezahlt, wenn der Hund nicht gesichert ist, dass gegen das Tierschutzgesetz verstossen wird und dass es happige Bussen geben kann. Teilweise ist es nicht einfach, die geltenden Gesetze herauszufinden und eigentlich ist es ja sowieso klar, dass der Hund in irgendeiner Art gesichert wird. Trotzdem hier einige Angaben zu den geltenden Regeln in der Schweiz und ein Kurzüberblick zu den deutschen-, den österreichischen- und den italienischen Gesetzen.

Darf ein Hund in jedem Auto transportiert werden?

Obwohl Tiere seit 2003 keine Sache mehr sind, gilt der Transport von Hunden rechtlich als Ladung und darf wie Sachen als „Ladegut“ in einem Auto mitgeführt werden. Dazu gibt es einige Vorschriften zu beachten, auf die gehe ich später ein. Wichtig ist, dass man immer das Wohl des Tieres im Auge behält.

Gilt die Gurtenpflicht auch für Hunde?

Nein, in der Schweiz gilt keine Grutenpflicht für Hunde! Für mich persönlich ist eine gute Hundebox empfehlenswerter, als das Angurten des Hundes.

Darf ein Hund auf dem Rücksitz oder auf der Hutablage mitfahren??

In der Schweiz besteht kein Verbot, das besagt, dass ein Hund nicht auf dem Rücksitz mitfahren darf. Der Hund muss sich aber ruhig verhalten und darf den Fahrzeuglenker nicht stören. Darüber herrscht aber vielerorts Unsicherheit, die soweit geht, dass die Polizei Bussen verteilt, wenn ein Hund auf dem Rücksitz ungesichert erwischt wird. Das Bundesgericht würde dich aber momentan freisprechen.

Einen Hund auf der Hutablage zu transportieren ist grobfahrlässig! Bei einer Vollbremsung würde der Hund wie ein Geschoss durchs Auto fliegen, dabei würde sich nicht nur der Hund lebensgefährlich verletzen, sondern auch die zweibeinigen Insassen. Wenig tragisch, aber absolut berechtigt, wäre dabei die Busse wegen fahrlässiger Tierquälerei!

Gibt es Vorschriften bezüglich der Tiersicherung im Auto?

MeinFerienhund - Hunde im AutoEs gibt keine gesetzlichen Vorschriften Hunde in Boxen zu transportieren oder ein Trenngitter im Auto anzubringen. Hunde dürfen jedoch die Insassen bei einem Unfall oder bei brüskem Bremsen nicht gefährden oder behindern. Zudem darf der Hund durch sein Verhalten den Lenker weder behindern noch stören oder ablenken. Die Sicht des Lenkers darf nicht beeinträchtigt werden.

Deutschland:

Möchten Sie jedoch Ihre Tiere transportieren und mit ihnen reisen, so gibt es verschiedene Möglichkeiten, dies zu bewerkstelligen. Abhängig von der Größe des Haustieres gibt es eine ganze Reihe von Zubehör, welches im Fachhandel zum Tiertransport angeboten werden, z.B: Sicherungsgurt, Transportboxen für Hunde und für Katzen, Trenngitter, Autositz für Hunde.

Oesterreich:

Der Strafrahmen reicht bis zu 5.000 Euro, wobei darüber hinaus laut Tierhalterhaftungsbestimmungen auch zivilrechtliche Haftungsfolgen anschließen können.

Italien:

Die Strassenverkehrsordnung schreibt vor, dass Hunde und Katzen auf dem Rücksitz reisen dürfen, wenn dies kein Hindernis bzw. Gefahr für das Fahren darstellt. Wenn mehrere Tiere gleichzeitig mit dem Auto befördert werden, empfiehlt sich der mit einer stabilen Trennwand versehene hintere Fahrzeug raum. Die Geldstrafe bei Nichteinhaltung der Vorschrift liegt zwischen 50 und 200 Euro.

Wie gross muss die Hundebox sein?

Der Gesetzgeber macht keine Angaben. Die Grösse der Box hängt vor allem von der Grösse des Hundes ab. In einem Entwurf des Bundesamtes für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen steht, dass das Transportmittel ausreichend Platz bieten muss, damit der Hund stehen, sich drehen und sich hinlegen kann. Falls mehr als ein Hund transportiert wird, schreibt der Gesetzgeber nicht vor, dass die Hunde getrennt transportiert werden müssen. Es ist natürlich wichtig, dass sich die Tiere gut verstehen und sich nicht gegenseitig verletzen. Laut Grundsatzartikel des Tierschutzgesetzes muss den Tieren in bestmöglicher Weise Rechnung getragen werden. Es darf ihnen nicht ungerechtfertigt Leid oder Schaden zugefügt werden. Was bedeutet, dass sich beide Hunde in der Box wohlfühlen müssen.

Wie lange darf der Hund im Auto zurückgelassen werden?

Bild Susi-Utzinger-Stiftung

Auch hier gibt es keine spezifischen gesetzlichen Regelungen. Grundlage ist wieder das Gesetz, dass die Tierquälerei regelt. Zentrale Punkte sind, dass genügend Frischluft vorhanden ist und dass das Auto nicht überhitzt.

Pausen während der Autofahrt

Vernünftig für Hund und Zweibeiner sind Pausen nach längstens 1,5 Stunden. In der Regel merkst Du es dem Hund gut an, wenn er eine Pause benötigt. Ignorierst Du dieses Bedürfnis über längere Zeit, handelst Du – wegen Überanstrengung  des Hundes – gegen das Tierschutzgesetz.

Quelle betreffend Recht Schweiz: Bericht von Daniel Jung, Rechtsanwalt, spezialisiert auf Rechtsfragen rund um die Hundehaltung (daniel-jung.ch).

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2 Kommentare

  1. In der deutschen Straßenverkehrsordnung gilt Ihr Hund als Ladung und muss im Fahrzeug, gemäß § 22 StVO, gesichert sein.

    „Die Ladung einschließlich Geräte zur Ladungssicherung sowie Ladeeinrichtungen sind so zu verstauen und zu sichern, dass sie selbst bei Vollbremsung oder plötzlicher Ausweichbewegung nicht verrutschen, umfallen, hin- und her rollen, herabfallen oder vermeidbaren Lärm erzeugen können. Dabei sind die anerkannten Regeln der Technik zu beachten.“

    Wie die Sicherung aussehen soll, bleibt jedem selber überlassen.
    Ich persönlich bevorzuge die Hundebox. Laut ADAC ist eine Hundebox im Kofferaum oder im Fußraum der hinteren Sitze das Sicherste.

    1. Hallo Silke
      Herzlichen Dank für Deinen Kommentar. Ich bin immer froh, wenn ich Zusatzinformationen bekomme. Mein Blog ist ja noch nicht so alt und ich bin auf stetiger Spurensuche. Da kommen mir solche Infos gerade recht.
      Wenn man den gesunden Menschenverstand nutzt und eine halbwegs intakte Bindung zum Hund hat, sollte ja klar sein, dass man ein Hund sichern muss – nicht weil es eine Ladung ist, sondern gerade weil es ein Lebewesen ist und unabhängig vom Land in dem man sich befindet.
      Herzliche Grüsse aus der Schweiz
      Andrea

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